• lrsen Sie, wie es 2005 mit Hyperwave weiter ging.

Kundehw medien oHG,
Offenbach

c//mag

Date November, 2005

 

Die Hyper-Welle

Kaum eine Messe ausgelassen. Immer ein ordentlicher Stand. Consultants und Entwickler im korrekten Business-Look, ohne gleich wie IBM auszusehen. Hyperwave schien in den letzten Jahren eine im Markt verankerte Größe zu sein. Gleichwohl fragten sich die Bebachter immer, warum eigentlich. Der „führende Anbieter von Collaborative Enterprise Content Management (ECM) mit einer vollständig integrierten E-Learning und WebConferencing Umgebung“, so das Unternehmen, hat eine Referenzliste zum Niederknien.
Dennoch, das Geraune der letzten Jahre ist nie verstummt, „womit die eigentlich Geld verdienen“. Am letzten Tag der DMS Expo in Essen dann die Nachricht: Insolvenz. Wieder ein Einschlag, zeitverzögert, scheinbar ohne ersichtlichen Grund.

20 Mio. Euro vom Investor e-millennium

„the power of wisdom“, so der Firmenslogan, hat nicht ausgereicht. Dabei hätte es eine Geschichte nach Maß sein können: 1997 gegründet, 2000 mit 4,6 Mio. Euro die Planzahlen für das IV. Quartal übertroffen, Anfang 2001 denBörsengang bekannt gegeben. Dann den IPO erst verschoben und schließlich ganz abgesagt – die Turbulenzen am Neuen Markt. Aus der Geschichte des Unternehmens wurde keine Equity Story, wie man sie in diesen Jahren so gerne las. Dabei hatte das Unternehmen 2001 in einer Finanzierungsrunde 20 Mio. Euro beim Investor e-millennium akquiriert. Die hatten im selben Jahre immerhin die Suse AG angeschoben. Außerdem waren da noch DVC, 3i, Atlas Venture und Hitech als Kapitalgeber.

Indienstyle- und Westernkleidung

Jetzt steigt die österreichische Beteiligungsgesellschaft Global Equity Partners bei Hyperwave ein. Damit kann das operative Geschäft erst einmal „vollumfänglich“ weitergeführt werden. Der neue Kapitalgeber hat unter anderem den heute in Österreich führenden Einzelhandelsanbieter für Indianstyle- und Westernbekleidung groß rausgebracht. Und www.betandwin.com. Und eine Reihe von Technologieunternehmen.
Alles in allem sieht das eher nach alpenländischer Freunderl-Wirtschaft als nach einem Schwarm rabiat-globaler Heuschrecken aus. Ob Hyperwave mit dem frischen Venture Capital seine Software für die Verwaltung von Intellectual Capital auf die Straße bringt? Was war bei Gartner im Oktober zu lesen? "Hyperwave is a visionary in the Smart Enterprise Suite market, but its vision has always exceeded its ability to execute.“ Always!

Der Text ist erschienen in der Fachzeitschrift c//mag